#14: Interview mit Geilings Bräu Gründer & Braumeister Johannes Lehmbrock oder „Von Craft Beer & Fernseh-Bieren“

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Sie begegnen uns spätestens in jeder Werbepause einer Fußball-Live-Übertragung: die Fernseh-Biere. Wir alle trinken sie, wir alle haben uns an sie gewöhnt, doch was viele nicht wissen: Durch verschiedenste Filtrations-Verfahren bleibt das ganze große Geschmackserlebnis eigentlich auf der Strecke. Als Johannes Lehmbrock das während seiner Ausbildung beim weltweit größten Bierproduzenten AB InBev feststellte, war für ihn eines klar: Er wollte ein eigenes Bier an den Start bringen, das mit einem facettenreicheren Geschmack aufwarten kann. In unserer neusten Folge haben wir mit ihm über sein Projekt Geilings Bräu, über den Craft Beer-Hype und das deutsche Reinheitsgebot gesprochen. 

Johannes fand sich zu Schulzeiten irgendwann in einem Biochemie-Kurs wieder. Weniger aus Eigenantrieb, sonder eher weil sein bester Freund den Kurs belegt hatte. Doch die Kursteilnahme sollte sich für ihn noch lohnen! Nachdem er eine Vielzahl von für ihn höchst uninteressanten Stunden über sich ergehen ließ, kam schließlich ein Thema auf die Agenda, das für ihn von nun an prägend sein sollte: Bierbrauen.

Zwar war das Erzeugnis in den Biochemie-Stunden noch kein wirklicher Hochgenuss, aber sein „Handwerkergeist“ war geweckt. Nach dem Abitur war also klar: Eine Ausbildung zum Bierbrauer sollte es sein. Wenngleich er während seiner Ausbildung das Handwerkszeug in Sachen Braukunst erlernen durfte, fiel sein Resumée in Bezug auf das tägliche Arbeiten in einer Großbrauerei doch etwas verhalten aus. Durch das hohe Maß an Automatisierung konnte er zunehmend eine Entfremdung vom Endprodukt Bier feststellen. Naja, und da war ja auch noch die Sache mit der zigfachen Filtration und dem Verwässern des Geschmacks.

Für einen Geburtstag begann er daher in einer selbstgebauten Kleinstbrauerei auf dem Bauernhof seiner Eltern sein erstes Bier in Eigenregie herzustellen. Schnell war klar: Um die Gäste des Geburtstags glücklich machen zu können, würde er mehr Kapazitäten benötigen. Gesagt getan: Johannes wurde bei einer Duisburger Privatbrauerei vorstellig. Da Johannes noch als Privatperson auftrat, weigerte man sich aber mit ihm zusammen zu arbeiten. Also kam er kurz darauf mit einen Gewerbeschein in der Hand zurück. Die Geilings Bräu GmbH war gegründet. Das war in 2012.

Auch danach ging es rasant weiter. Denn bei diesem einen Geburtstagsprojekt solle es natürlich nicht bleiben. Ganz nebenbei schloss er noch einen Bachelor in International Management in Münster ab, überredete eine weitere Privatbrauerei sein Bier zu brauen und verkaufte sein Kellerpils schließlich in der regionalen Gastronomie, auf großen Festen sowie in Feinkost- und Weinhandlungen. 2014 legte er noch einen drauf: An der weltweit renommierten Doemens Akademie in München schloss er als bester Braumeister Deutschlands ab und fasste zeitgleich einen weiteren weitreichenden Endschluss: eine richtige eigene Brauerei musste her.

Diese begann man schließlich in Kamp-Lintfort zu bauen. Seit wenigen Wochen ist diese nun auch tatsächlich fertig gestellt. Dort wird neben seinem Erstling, dem wunderbaren Kellerpils, auch der sogenannte „Hopfentraum“, ein IPA gebraut. Auch wenn man diese Bier-Sorte vor allem mit aus den Boden schießenden Craft Beer-Brauereien assoziert, will Johannes mit diesem Trend eher eigentlich nichts zu tun haben. Warum das so ist, hat er uns in unserer neusten Folge verraten. Zudem haben wir mit ihm darüber gesprochen, welche Biere man ansonsten nicht verpassen sollte, welche Projekte er als nächstes angehen möchte und welche Gerichte besonders gut mit Geilings Bräu harmonieren.

 

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